Screen-Tearing: Bildsynchronisation, Bildwiederholraten und G-Sync-Lösungen
Screen-Tearing ist eine Bildstörung, bei der horizontale Risse das Bild bei Kamerabewegungen durchschneiden. Es entsteht, wenn die Grafikkarte mitten im Bildaufbau neue Daten sendet und der Monitor Teile von zwei Frames gleichzeitig zeigt.
Mit Test für Bewegungsschärfe und Synchronisation testen
Beobachte horizontal bewegte Balken, um Frame-Desynchronisation und Tearing zu erkennen.
So sieht Screen-Tearing in Bewegung aus
Beim schnellen Schwenken in einem Ego-Spiel oder beim schnellen Scrollen eines Videos kann sich die obere Bildhälfte leicht seitlich verschieben, während die untere hinterherhinkt.
Diese horizontale „Risslinie“ markiert genau die Stelle, an der der Bildaufbau des Displays durch einen neuen Pufferwechsel der Grafikkarte unterbrochen wurde.
Die Hauptursache: GPU-Bildausgabe und Monitor-Bildaufbau laufen nicht synchron
Ein Monitor baut sein Bild mit fester Rate von oben nach unten auf (z. B. 60-mal pro Sekunde bei 60 Hz oder 144-mal bei 144 Hz).
Eine Grafikkarte (GPU) berechnet Frames hingegen dynamisch je nach Szenenkomplexität. Gibt sie auf einem 60-Hz-Monitor 85 Frames pro Sekunde aus, schickt sie Bilder schneller, als der Monitor sie zeichnen kann. Er zeichnet dann Frame 1 in der oberen und Frame 2 in der unteren Hälfte, und es entsteht ein Riss.
So unterscheidest du Screen-Tearing von Bewegungs-Ghosting
Beides mindert die Bewegungsschärfe, doch Erscheinungsbild und Abhilfe unterscheiden sich grundlegend:
| Screen-Tearing (Synchronisationsproblem) | Bewegungs-Ghosting (Problem der Pixelgeschwindigkeit) |
|---|---|
| Aussehen: scharfe horizontale Schnitte oder Bildnähte | Aussehen: weiche, unscharfe Spuren hinter bewegten Objekten |
| Ursache: Bildrate nicht mit der Monitor-Bildwiederholrate synchron | Ursache: Reaktionszeit des Flüssigkristalls (GtG) zu langsam |
| Vorkommen: jeder Paneltyp (OLED, IPS, VA, TN) | Vorkommen: vor allem langsame LCD-Panels (besonders VA) |
| Lösung: V-Sync, G-Sync oder FreeSync aktivieren | Lösung: Overdrive des Monitors anpassen (AMA/Trace Free) |
| Hardware-Grenze: kein Panelfehler | Hardware-Grenze: physische Obergrenze der Panel-Reaktionszeit |
Synchronisationslösungen: V-Sync, G-Sync, FreeSync und variable Bildwiederholrate
Drei Haupttechnologien sollen Screen-Tearing vollständig beseitigen:
- •V-Sync (vertikale Synchronisation): Zwingt die GPU, fertige Frames im Puffer zu halten, bis der Monitor seinen Zyklus beendet hat. Das beseitigt Tearing, fügt aber Eingabeverzögerung hinzu und verursacht Ruckler, wenn die FPS unter die Bildwiederholrate fallen.
- •G-Sync (NVIDIA) und FreeSync (AMD): VRR-Technologien, die die Bildwiederholrate dynamisch an die genauen FPS der Grafikkarte anpassen. Sie beseitigen Tearing und Ruckler ohne spürbare Latenz.
- •FastSync / Enhanced Sync: Verwirft zerrissene Frames und lässt die GPU unbegrenzt laufen. Das verringert die Eingabeverzögerung und beseitigt horizontale Risse.
Empfohlene Spiel- und Treibereinstellungen für flüssige Bewegung
So erreichst du perfekte Bewegung ohne Tearing auf Gaming-Displays mit hoher Bildwiederholrate:
Screen-Tearing ist nur ein Timing-Problem zwischen Betriebssystem, Grafiktreiber und Monitor. Dein Monitor ist nicht defekt; mit den richtigen Synchronisationseinstellungen ist das Problem dauerhaft gelöst.
Stelle wegen Screen-Tearing kein RMA. Richte einfach G-Sync, FreeSync oder eine Bildratenbegrenzung in den Grafikeinstellungen ein.
Passende Display-Ratgeber und Diagnosen
Häufig gestellte Fragen
Gibt es Tearing, wenn meine FPS unter der Bildwiederholrate liegen?
Ja. Tearing entsteht immer, wenn das Rendering nicht synchron ist, egal ob die FPS über oder unter der Bildwiederholrate liegen.
Macht eine FPS-Begrenzung G-Sync überflüssig?
Nein. Eine Begrenzung legt nur fest, wie viele Frames berechnet werden, richtet ihr Timing aber nicht an den Monitorzyklen aus. Für null Tearing brauchst du weiterhin G-Sync oder FreeSync.
Weitere Bildschirmprobleme
Alle 11 Problem-Ratgeber ansehenEin hängender Pixel erscheint als dauerhafter winziger Punkt in hellem Rot, Grün oder Blau, der auf kontrastierenden Hintergründen leuchtet. Anders als komplett tote Pixel erhalten hängende Pixel weiterhin Strom und lassen sich deshalb manchmal per Software-Übung behandeln.
Ein heißer Pixel ist ein Pixel, dessen rote, grüne und blaue Subpixel gleichzeitig auf maximaler Leistung einfrieren. Das ergibt einen dauerhaften, hellen weißen Punkt, der in dunklen Szenen und auf schwarzen Hintergründen deutlich auffällt.
Backlight-Bleeding ist ein Montageproblem: Licht der internen LED-Hintergrundbeleuchtung tritt an den Rändern oder Ecken des Flüssigkristallpanels aus und erzeugt auf dunklen Bildschirmen örtliche gelbe oder weiße Lichtflecken.